Kindergarten ohne Türen und Wände

Über uns

Der Trägerverein

Der Verein Waldkindergarten Barsinghausen e.V. wurde im Jahr 2000 von engagierten Eltern gegründet, um auch auf dieser Seite des Deisters einen Waldkindergarten ins Leben zu rufen. Zunächst konnte die Elterninitiative aus ihren Ideen und Plänen heraus die Kleine Kita Deisterwiesel mit waldpädagogischen Konzept eröffnen. Der Verein hat in den letzten Jahren viel innere und äußere Bewegung erlebt, auch der Standort der Kita wechselte häufig.

Im Jahr 2011 bot sich nun die Gelegenheit ... Nun ist es geschafft: Seit August hat der Waldkindergarten Barsinghausen e.V. seine Arbeit aufgenommen

Der Wald als Kindergarten

Unser Kindergartenleben findet ganzjährig ohne Wände und unter freiem Himmel im Bullerbachtal statt. Hier gibt es den hügeligen Buchenwald des Deisters, Wiesen und ein Bächlein. Der Wald mit seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt lädt immer wieder zum Beobachten, Wahrnehmen und Staunen ein. Die Kinder erleben die Jahreszeiten und deren Wechsel intensiv, erfahren Wind und Wetter und täglich die wohltuende Atmosphüre des Waldes. Durch die vielen Eindrücke entsteht eine tiefe Beziehung der Kinder zum Lebensraum Wald, den es zu achten und zu schützen gilt.

Unser Standort

Treffpunkt für alle Waldkinder ist am Parkplatz des Naturfreundehauses im Bullerbachtal. Von hier aus streifen die Kinder durch das Waldgebiet und erkunden die Umgebung. Als feste Unterkunft dient uns eine Holzhütte, die der Waldkindergarten vom Naturfreundehaus Barsinghausen e.V. angemietet hat. Unsere Hütte bietet uns eine Unterkunft an ungemütlichen Tagen als Aufwärm-, Frühstück- und Bastelraum und dient zur Aufbewahrung von Wechselkleidung, Bastelmaterialien und Werkzeug.

Der Tagesablauf

Morgens ab 8.00h treffen sich die Deisterwieselkinder mit unseren Erzieherinnen im Bullerbachtal. Um 8.30h beginnt der Morgenkreis: hier werden die Kinder auf den neuen Tag eingestimmt und das Wanderziel wird festgelegt. Dann ziehen sie gemeinsam los: auf Waldwegen, über liegende Baumstämme, durch raschelndes Laub, über Steine - der Weg ist das Ziel. Da werden Käfer beobachtet, in der Erde gegraben, einem Specht gelauscht.

Nach der Ankunft am vereinbarten Ort ist dann oft schon Frühstückszeit: Händewaschen, Rucksack auspacken und essen im gemütlichen Kreis. Danach ist wieder Raum zum Spielen, Toben, Entdecken aber auch zum Geschichtenlesen, Erzählen und Singen.

Nach schönen Stunden unter dem Blätterdach geht es wieder auf den Heimweg. Beim Treffpunkt werden die manchmal nicht mehr ganz sauberen Kinder um 12.30h bis 13.00h von ihren Eltern abgeholt.

Natürlich werden auch Ausflüge, zum Beispiel ins Wisentgehege, zur Polizei oder zu einem Schäfer organisiert und sind für die Kinder immer ein ganz besonderes Erlebnis.

Die ErzieherInnen

Unsere ErzieherInnen Christiane Tanz und Annett Wodak sind seit 2011 in unserer kleinen Wald-Kita angestellt und begleiten die Deisterwieselkinder mit ihrer Fröhlichkeit und Warmherzigkeit. Beide waren vorher schon langjährig im Waldkindergarten Bad Nenndorf, wo sie intensiv waldpädagogische Erfahrungen gesammelt haben und diese durch vielseitige Fortbildungen ergänzen konnten.

Die Kinder

Unsere Kindergartengruppe ist altersübergreifend und geschlechtsspezifisch ausgewogen.

Die Waldkinder kommen der Witterung entsprechend angezogen in den Wald. Bewährt hat sich hier das "Zwiebelprinzip", bei dem je nach Bedarf Schicht für Schicht auch ausgezogen werden kann. Festes Schuhwerk zum sicheren Laufen, Mütze als Sonnen- und Zweigschutz und robuste, lange Hosen sind auch im Sommer angesagt.

Zur Ausstattung gehört ebenso ein bequemer und gut sitzender (Brustgurt!) Rucksack für Frühstück, Isomatte, Waschlappendose, Wechselkleidung, Taschentücher und kleine "Schätze".

Das Frühstück ist gesund, ausgewogen, zuckerfrei und verpackungsarm, Getränke werden in bruchsicheren Flaschen aufbewart.

Durch die vielfältigen Sinneseindrücke wird die Wahrnehmungsfähigkeit geschult, durch die umfassenden Bewegungsmöglichkeiten (unebene Untergründe, Klettern, Balancieren) werden Gleichgewichtsinn, Tiefensensibilität und Raumorientierung angeregt. Nach und nach lernen auch anfangs motorisch unsichere Kinder sich geschickt im Wald zu bewegen und gelangen dadurch zu mehr Selbstbewussstsein und -vertrauen.

Im Mittelpunkt des Tages steht das freie Spiel im Wald mit dem, was er bietet: Stöcker, Steine, Blätter, Zapfen und vieles mehr. Der bewusste Verzicht auf fertiges Spielzeug regt die kindliche Phantasie und Erlebnisfähigkeit an.

Das sind nur einige der positiven Auswirkungen der Waldpädagogik auf unsere Kinder. Selbstverstündlich gehören Basteln, Schneiden und Gestalten ebenso zum Konzept, haben hier aber einen anderen Stellenwert. Es gibt mittlerweile einige Studien zum Thema Waldpädagogik und Schulfähigkeit und diese bestätigen die guten Erfahrungen, die Waldeltern in ganz Deutschland mit ihren Kindern sammeln konnten.